Panela Zucker - Eine Alternative bei Diabetes?

Panela als Zuckersatz für Diabetiker? Und wieder ein neues Zuckerprodukt, welches den Markt in Europa aufmischen will. Panela als Zuckerersatz. In einer der letzten Folgen von „Die Höhle der Löwen“ wurde von der De Caña Panela Gründerin Anna Elisabeth Meisel Panela Zucker vorgestellt. Und die Löwin Dagmar Wöhrl hat bei dem Deal zugegriffen. Also scheint es eine lukrative Idee zu sein. Doch was steckt hinter Panela. Ist das wirklich neu und wird es auch unser Diabetiker das Leben versüßen?

Worum geht es bei Panela

Panela ist vereinfacht gesagt  eine vitaminreicher Zucker aus un-raffiniertem Vollrohrzucker. Hört sich unspektakulär an, oder? Ist es im Prinzip auch. Bei uns wird raffinierter Zucker mehrfach gereinigt, gefiltert und „veredelt“, bis es die typische Form und weiße Farbe erreicht. Dadurch erreichen die Produzenten reinsten Zucker (Sacharose) – jedoch ohne die eigentlich enthalten Vitamine und Rohstoffe. Und dieses macht Panela eben anders. Panela ist Rohrzucker in seiner ursprünglichen Form – es ist braun glänzend, schmeckt etwas nach Karamell und sehr vollmundig. Der Zuckerrohrsaft wird mehrere Stunden lang gekocht um Wasser und Verunreinigungen zu entziehen. Später wird der Zuckerextrakt aus dem Kochen in Formen gegossen – typischerweise in Zylinder.

Aber neu ist Panela keineswegs auf der Welt. Panela wird nämlich auch der Volkszucker Lateinamerikas genannt. Hier wird Panela schon sehr lange genutzt und zum Backen und Kochen verwendet. 1 Gramm Panela entspricht von der Süße übrigens auch 2 Gramm unseres Zucker. Die Erfinderin ist eine Tochter einer kolumbianischen Einwandererfamilie. Und sie hat sich zum Ziel gesetzt, dies nun auch in Europa zu verbreiten. In Lateinamerika ist Panela auch bekannt unter Panocha, Piloncillo, Raspadura oder Chancac.

Panela in der diabetischen Ernährung

Und wie sieht es nun mit Panela und Diabetikern aus? Ist dies ein Zuckerersatz wie zB. Xucker o.ä. Dazu muss man verstehen das in Kolumbien das Thema Diabetes nicht an so hoher Stelle steht wie in Westeuropa. „Besonders deutlich wird das Problem, wenn man die durchschnittlichen Ausgaben pro Diabetiker vergleicht. In Deutschland sind das bis zu 4.718 US-Dollar im Jahr, in Kolumbien gerade einmal 606 US-Dollar“, berichtet die Seite igp-magazin.de in einem Bericht über Diabetes in Kolumbien. Weiter heißt es dort: „In Deutschland verbraucht eine Person um die 32 Kilogramm Zucker im Jahr, also etwas 0,6 Kilogramm pro Woche. In Kolumbien essen die Menschen bis zu 33 Kilogramm Zucker. Dazu kommen rund 34 Kilogramm Panela. Auch Säfte, Kaffee und Süßigkeiten scheinen hier deutlich stärker gesüßt zu sein als in Deutschland.“

Auch wenn Panela weitaus mehr Vitamine und Mineralstoffe hat, wie unser weißer raffinierter Zucker – es sind weiterhin reinste Kohlenhydrate und hilft uns Diabetikern leider nicht im Blutzucker senken oder bei einer Kohlenhydrat-armen Ernährung.

Panela bei Diabetes keine Alternative

Also ist Panela für Diabetiker nicht besser geeignet als unser weißer raffinierter Zucker. Dies zeigt auch in Blick in unsere WETID Suchmaschine:

Suchergebnisse für Panela Zucker

Wenn man Kohlenhydrate einsparen will ist Panela also keine Alternative. Da war unsere Hoffnung als wir von einem „neuen Zucker“ gehört haben, leider umsonst, das Panela auch bei Diabetes eine positive Rolle spielen könnte. Somit werden wir Diabetiker uns wohl weiter auf Xucker und andere Zuckerersatzstoffe wie Stevia o.ä. konzentrieren müssen. Ob sich die Löwin bei diesem Ziel verzockt hat, da unsere Gesellschaft nur Zucker einsparen will, oder ob es hilft „gesünderen Zucker“ am Markt anzubieten, bleibt aber weiterhin offen und wir drücken der Gründerin die Daumen auf ein erfolgreiches Unternehmen.

Author: Heiko Scharfenort   —–   Kategorie: Ernährung   —–   11. November 2019