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Wisenswertes über den Zuckerersatz

Was sind mehrwertige Alkohole?

Was man beim Berechnen und Bolen von mehrwertigen Alkoholen beachten muss, sind diese gesundheitsschädlich und was haben sie mit dem allgemein bekannten Alkohol zu tun?

Beitragsbild Mehrwertige Alkohole Diabetes

Mehrwertige Alkohole führen bei vielen Diabetikern immer wieder zur Verwirrung, denn diese werden bei der Nährstoffangabe unter den Kohlenhydraten angegeben. Auf den ersten Blick ist man verwundert. Aber wer diese Kohlenhydrate eins zu eins in seine Kohlenhydrat- bzw Broteinheiten umrechnet wird schnell einer Hypoglykämie landen. Denn Mehrwertige Alkohole haben zwar eine ähnliche chemische Struktur wie der Alkohol zum Trinken, sind aber Kohlenhydrate, welche jedoch Insulin unabhängiger verstoffwechselt werden. Es handelt sich somit um einen Zuckeraustauschstoff wie Xylit, Isomalt oder ähnliches. Auch das unter Diabetikern bekannte Erythrit oder auch Xucker light besteht aus mehrwertigen Alkoholen. In anderen Lebensmitteln wie Mayonnaise wird dieser chemische Stoff als Feuchtemittel eingesetzt.

Mehrwertige Alkohole werden wissenschaftlich Polyole genannt. Sie haben nichts mit dem trinkbaren Alkohol zu tun. Im Gegenteil, es ist ein Kohlenhydrat. Man nennt sie auch:

    • mehrwertige Alkohole
    • Polyole
    • Zuckeralkohole
    • Zuckeraustauschstoff

Schon einmal deine BE/KE exakt nach Kohlenhydratangaben des Herstellers gebolt und im Unterzucker gelandet? Genau hier liegt das große Problem für Diabetiker. Denn die Hersteller sind nur dazu verpflichtet die so genannten Brutto-Kohlenhydrate auf der Verpackung auszuweisen. Beispielsweise beinhalten diese auch die mehrwertigen Alkohole, welche nicht oder nicht vollständig mit Insulin verstoffwechselt werden. Bolt man nun die volle Anzahl an KHs, hat man zu viel Insulin an Board und landet folglich im Unterzucker. Einige Hersteller weisen Mehrwertige Alkohole mittlerweile gesondert aus. Dies ist meist bei speziellen Diabetiker- oder LowCarb-Produkten der Fall.

Mehrwertige Alkohole in den Nährstoffangaben – Diabetiker aufgepasst!

Nährwertangaben mit mehrwertigen alkoholen

Mehrwertige Alkohole werden bei Diabetiker oder LowCarb Produkten daher häufig extra ausgewiesen. Dies erleichtert das Ausrechnen der an zurechenbaren KH und Ermitteln der BE/KE enorm.

Ob mehrwertige Alkohole im Produkt enthalten ist, kann man aber oft auch in der Zutatenliste herausfinden. Diese sind meist im Gegensatz zu anderen Inhaltsstoffe mit einer Lebensmittelkennzeichnung getarnt. Insgesamt sind acht mehrwertige Alkohole in Deutschland zugelassen:

    • Sorbit E 420
    • Mannit E 421
    • Isomalt E 953
    • Maltito(Sirup) E 965
    • Lactit E 966
    • Xylit E 967
    • Erythrit E 968

Auch wenn die Menge der mehrwertigen Alkohole in diesem Fall unbekannt ist, sollte man als Diabetiker unbedingt vorsichtig beim bolen sein, wenn einer dieser Stoffe auf der Zutatenliste eines Produktes steht. Denn hier werden dann die angegeben Kohlenhydrate unter Umständen nicht voll mir Insulin verstoffwechselt. Dann besteht die Gefahr einer Hypoglykämie.

Brutto Kohlenhydrate vs. Netcarbs – Was wird angerechnet?

Aktuell ist es in Expertenkreisen noch umstritten, ob und wie stark die mehrwertigen Alkohole insulin-unabhängig verstoffwechselt werden. Die Brutto Kohlenhydrate ist die komplette Menge der grKH unabhängig davon, ob sie mit Insulin verstoffwechselt werden oder nicht. Die Netcarbs sind dann die anrechenbaren Kohlenhydrate. Je nachdem welchen Ansatz man verfolgt sind diese zu 50% anrechenbar, oder über eine komplexe Formel proportional zum Kaloriengehalt bis zu der Ansicht, Polyole seien voll anzurechnen, sprich Brutto-Kohlenhydrate gleich Netto-Kohlenhydrate. Andere ziehen die Zuckerersatzstoffe grundsätzlich komplett ab und rechnen Nettocarbs = Brutto Kohlenhydrate minus Zuckerersatzstoffe.

Bei vielen Lebensmitteln ist die Menge der Polyole (mehrwertige Alkohole) aus den auf der Verpackung stehenden Zutatenangaben nicht ableitbar. Dann ist auf jeden Fall Vorsicht beim Ausrechnen der BE/KE und beim Bolen geboten. Sobald diese aber ausgewiesen sind, ziehen die meisten Diabetiker diese zu 100% ab. Denn dann gilt: Lieber Vorsicht als Nachsicht.

Beispielrechnung an der Schokolade pro 100 Gramm

Brutto Kohlehydrate 31,4 gr
minus mehrwertige Alkohole 27,3 gr

anrechenbare Kohlenhydrate 4,1 gr
–> rund 0,5 Kohlenhydrateinheiten

Einfluss auf die Gesundheit

Kennt ihr den Aufdruck „kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“?. Dieser Satz steht auch im direkten Zusammenhang mit den mehrwertigen Alkoholen. Denn hat das Produkt mehr als 10% davon, ist der Hersteller zu diesem Warnhinweis verpflichtet. Denn ein Verzehr von mehr als 50 Gramm pro Tag kann nicht nur zu Durchfall, sondern auch zu Bauchschmerzen und Blähungen führen.

Verschieden Zuckerarten


Ganz wichtig bei Haustieren: Xylit oder auch Birkenzucker (Xucker) ist für deinen Hund und andere Haustiere absolut giftig. Achte darauf, dass diese keine Lebensmittel von dir bekommen! Das gilt auch für gekochte Mahlzeiten!

Fazit

Mehrwertige Alkohole ist ein Kohlenhydrat und hat nichts mit dem trinkbaren Alkohol zu tun und ist somit auch für Kinder unbedenklich. Jedoch werden mehrwertige Alkohole nicht voll mit Insulin verstoffwechselt. Somit kann es bei übermäßigen Verzehr ungünstig auf Magen und Darm wirken.

Mehrwertige Alkohole helfen jedoch Diabetikern einen hohen Blutzuckeranstieg zu vermeiden. Dies ist vor allem bei Schokolade und anderen Süßigkeiten unter Umständen hilfreich. Auch für eine LowCarb Ernährung sind die Zuckerersatzstoffe oft eine Hilfe seine Abnehm Ziele zu erreichen. Denn mehrwertige Alkohole werden zum Teil oder voll Insulin-unabhängig verstoffwechselt.

Aber für Diabetiker sorgt die unzureichende Angabe auf den Produkten, sowie die unterschiedliche Wirkung auf den Insulinbedarf zu Problemen bei der Berechnung der richtigen Insulinmenge. Wenn man zu viele Netcarbs ansetzt und die Menge der mehrwertigen Alkohole, bzw deren Wirkung auf den Insulinbedarf unterschätzt, kann schnell in einer Hypoglykämie landen.

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