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Diabetesernährung: Verschiedene Kohlenhydrate

Was du über schnelle und langsame Kohlenhydrate wissen solltest

Kohlenhydrate spielen in der diabetischen Ernährung eine große Rolle. Genauso wichtig ist die Einschätzung ob es sich hierbei um sogenannte schnelle und langsame Kohlenhydraten handelt.

Beitragsbild schnelle und langsame Kohlenhydrate Diabetes

Kohlenhydrate – was ist das eigentlich? Es gibt drei sogenannte Mikronährstoffe die die Grundbausteine unserer Ernährung bilden: Fette, Proteine und die Kohlenhydrate. Kohlenhydrate oder auch Saccharide kommen im Stoffwechsel aller Lebewesen vor. Der Körper nutzt Fette und Proteine als Bausteine im Körper. Kohlenhydrate liefern dagegen die Energie. Kohlenhydrate werden oftmals mit dem Suffix „-ose“ gekennzeichnet.

Einfach, oder Mehrfachzucker - beides Kohlenhydrate

Es gibt 4 verschiedene Arten an Kohlenhydrate:

Monosaccharide (Einfachzucker)
genannt: Glukose Fruktose Galaktose
enthalten in: Honig Früchte Milch

Disaccharide (Zweifachzucker)
genannt: Saccharose Maltose Lactose
enthalten in: Haushaltszucker Malzbier Milch

Oligosaccharide (Mehrfachzucker)
genannt: Maltotrios Maltopentose Dextrine
enthalten in: Sportlergetränke Toast Knäckebrot

Polysaccharide (Vielfachzucker)
genannt: Zellulose Glykogen Pektin
enthalten: Kartoffeln Leber Gemüse

Monosaccharide und Disaccharide gehören zu den kurzkettigen Kohlenhydraten. Diese Kohlenhydrate sind vor allem dort wo viel Zuckeranteil enthalten ist. Wie zum Beispiel in Früchten, Honig/Marmelade oder Süßigkeiten. Oligosaccharide und die Polysaccharide sind dagegen die langkettigen Kohlenhydrate und in Ballaststoffreichen Lebensmitteln. Wie zum Beispiel Kartoffeln, Brot oder auch Hülsenfrüchten zu finden.

Die kurzkettigen Kohlenhydrate kann der Körper sehr schnell aufbrechen. Somit gelangt die extrahierte Glucose schnell ins Blut. Bei den langkettigen Kohlenhydraten, also dem Mehrfach- und Vielfachzucker, benötigt der Körper länger um diese Verbindungen aufzulösen. Das bedeutet freigesetzte Glucose gelangt erst später in die Blutlaufbahn. Wie schnell die Glucose ins Blut gelangt beeinflusst dein Hungergefühl, sowie den Blutzuckerspiegel und somit den konkreten Insulinbedarf. Bei kurzkettigen Kohlenhydraten steigt der Blutzucker sehr schnell an. Das Insulin wird auch direkt benötigt. Die langkettigen Kohlenhydrate werden über eine Zeit zersetzt und verteilt in die Blutlaufbahn abgegeben. Das Resultat ist ein langsam ansteigender Blutzuckerspiegel. Der Insulinbedarf muss dann ebenfalls verteilt werden.

Kohlenhydrate und die Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel

Aber nicht nur die Art der Kohlenhydrate beeinflusst die Geschwindigkeit in der diese in der Blutlaufbahn ankommen. Der Körper muss weitere Nährstoffe vor dem abgeben in die Blutlaufbahn zersetzen. Auch werden viele Lebensmittel heute sehr stark verarbeitet. Weißbrot oder Nudeln bestehen aus Getreide, welches in der Natur sehr Nährstoff reich ist. Aber im Produkt im Supermarkt wurde es so weiterverarbeitet, dass nur noch sehr wenige Nähstoffe enthält. Durch diese Vereinfachung der Inhaltsstoffe kann dein Körper die Lebensmittel schnell als die rohe Zutat verwerten.

Im Gegensatz dazu gibt es Früchte mit kurzkettigen Kohlenhydraten, welche durch die vielen Vitamine, Ballaststoffe und Mineralien verzögert im Blut ankommen. Der Körper muss diese zusammen mit den Kohlenhydraten erst noch aufspalten.

Somit lässt sich sagen: Die Kombination der enthaltenen Nährstoffe bestimmt den Einfluss auf den Blutzucker. Natürliche und unverarbeitete Lebensmittel mit vielen Nährstoffen haben den geringsten Einfluss auf den Blutzucker.

Was ist der Glykämische Index und die Glykämische Last

Um dieses besser einschätzen zu können, hat man den Glykämischen Index eingeführt. Der Glykämische Index gibt mit einem Wert an, wie schnell sich das kohlenhydratreiche Lebensmittel im Blutzucker auswirkt. Der Glykämische Index zeigt dir also folglich an, wie schnell dein Blutzuckerspiegel ansteigen wird. Als Referenzwert wird die reine Glucose und jeweils 50gr Portionen herangezogen und mit 100% bewertet. D.h. der Blutzuckeranstieg von 50 Gramm reinem Zucker gibt den Index 100. Dabei werden die Werte in hoher Index (100-70), Mittel (70-50) und Niedrig (unter 50) angegeben.

Aber nicht nur der Index ist wichtig. Denn eine Karotte besitzt einen sehr hohen Index Wert. Hat allerdings nur eine sehr geringe gesamtheitliche Auswirkung auf den Blutzucker. Das liegt an der Menge der enthaltenen Kohlenhydrate, welche bei Karotten sehr wenig sind. Das bedeutet, die Kohlenhydrate sind schnell aufgespalten und der Zucker kommt sehr schnell im Blut an (hoher Glykämischer Index), aber die Quantität/die Menge der Kohlenhydrate ist sehr gering. Und dieses Verhältnis nennt man Glykämische Last (Load).

Würde man also sehr schnell kiloweise Karotten essen, würde der Blutzucker sehr schnell auch hochschießen. Da aber der Glykämische Load sehr gering ist wirst du bei normalen Mengen zwar schnell eine Auswirkung sehen. Diese ist aber in der Höhe nur sehr gering ist. Die Glykämische Last kann als wie folgt berechnet werden:

(Glykämischer Index des Lebensmittels x verfügbare Kohlenhydrate des Lebensmittels pro Portion) : 100

Wie ist der Einfluss auf Diabetes Typ 1

Die Art der Kohlenhydrate, die Schnelligkeit und die Menge bestimmt bei einem Diabetes Typ 1 Menschen sehr viele Faktoren. Zum Beispiel den Spritz-Ess-Abstand. Sehr schnelle Kohlehydrate müssen auch bei ultraschnellen Insulinen mit einem Abstand vorgebolt werden. Dennoch verfehlen sie häufig mit der Wirkungskurve den Blutzuckeranstieg.

Sehr langkettige Kohlenhydrate mit viel Nährstoffen und Ballaststoffen werden sehr langsam im Blutzucker ankommen. Eine direkt oder vorgelagerte Insulingabe hätte hier unweigerlich einen Unterzucker als Folge. Somit muss der Bolus bei solchen Lebensmitteln häufig verzögert/verlängert gebolt werden. Das heißt die Menge an Insulin wird nicht auf einmal abgegeben. Man verteilt diese über einen Zeitraum um die Wirkung zu verzögern.

Der Einfluss auf Diabetes Typ 2

Bei Typ 2 liegt häufig eine Insulinresistenz bzw. eine Unterversorgung an Insulin vor. Das heißt der Körper kann die Menge an Insulin nicht mehr produzieren und die Bauchspeicheldrüse ist „erschöpft“. Oder die der Schlüsselbotenstoff Insulin wirkt nicht mehr. Der Effekt verpufft, bzw. kann nicht dafür genutzt werden damit ausreichend Zucker in die Zellen gelangt. Bei dieser Art Diabetes muss man generell auf die Ernährung achten. Die wirkende Insulinmengen muss auf die verzehrten Kohlenhydrate passen. Dies kann man mit Medikamenten einstellen und ggf. mit zusätzlicher Insulingabe ergänzen. Aber in allen Fällen sollte man unbedingt auf eine gleichmäßige Ernährung achten und dabei kurzkettige bzw. schnell ins Blut schießende Lebensmittel vermeiden. Sonst passt das wirkende Insulin nicht mehr auf die Zuckermenge. Die folge ist ein erhöhter Blutzucker.

Was ist beim Abnehmen zu beachten

Grundsätzlich sei gesagt, dass Kohlenhydrate der Energielieferant ist. Wenn man also durch Sport und Bewegung mehr Energie verbraucht als man zu sich nimmt, wird man unter normalen Umständen abnehmen. Wie in unserem Organismus normal, ist es aber auch hier nicht ganz so einfach. Kurzkettige Kohlenhydrate gelangen in großer Menge sehr schnell in die Blutlaufbahn. Um den Blutzuckerspiegel zu regulieren stößt der Körper das Insulin aus (Schlüsselbote, damit der Zucker in die Zellen zur Energieverarbeitung eindringen kann). Wenn man nun auch diese Energie benötigt, kommt diese direkt in den Zellen an. Wenn man aber zu diesem Zeitpunkt die Energie nicht benötigt, wird der Zucker in Fettzellen eingelagert um den Blutzuckerspiegel auch ohne Energie wieder zu senken. Dies hat zur Folge das schnelle Kohlenhydrate, auch bei einer Low Carb Ernährung, zu Fetteinlagerung führen kann

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